Im vierten Quartal 2025 ist die Stromerzeugung in Deutschland gestiegen, zugleich wuchs der Anteil erneuerbarer Energien deutlich. Rekordwerte bei Photovoltaik und Offshore-Wind trafen auf sinkende Großhandelspreise. Für Privatkunden ergeben sich daraus indirekte, aber nicht unmittelbare Preiswirkungen.

Kurz eingeordnet

  • Die Nettostromerzeugung stieg im 4. Quartal 2025 auf 117,3 TWh (+3,2 %).
  • Erneuerbare Energien erreichten einen Anteil von 55,4 % an der Stromproduktion.
  • Der Day-Ahead-Großhandelspreis sank um 9,2 % auf 93,15 Euro/MWh.
  • Deutschland blieb im kommerziellen Stromhandel Nettoimporteur.

Die Stromerzeugung in Deutschland ist im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Nach Angaben des Marktstammdaten- und Transparenzportals SMARD lag die Nettostromerzeugung bei 117,3 TWh. Das entspricht einem Plus von 3,2 % im Vergleich zum vierten Quartal 2024.

Parallel dazu erhöhte sich die Netzlast auf 124,3 TWh, ein Anstieg um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr. Trotz der höheren Erzeugung blieb Deutschland im kommerziellen Außenhandel Nettoimporteur von Strom.

Zentral für die Entwicklung war der wachsende Anteil erneuerbarer Energien. Im vierten Quartal 2025 erreichten sie einen Anteil von 55,4 % an der realisierten Nettostromerzeugung. Absolut entsprach dies 65,0 TWh. Im Vorjahresquartal hatte der Anteil noch bei 52,0 % beziehungsweise 59,0 TWh gelegen.

Die Windenergie blieb tragende Säule der Stromerzeugung. Die Onshore-Windkraft kam auf einen Anteil von 30,6 % und lag damit über dem Vorjahreswert von 28,4 %. Besonders dynamisch entwickelte sich die Offshore-Windenergie. Mit 8,9 TWh verzeichnete sie einen Zuwachs von 28,5 % gegenüber dem vierten Quartal 2024 und erreichte einen neuen Rekordwert für ein Schlussquartal.

Auch die Photovoltaik erreichte neue Höchststände für ein viertes Quartal. Die Einspeisung lag bei 7,6 TWh, was einem Plus von 24,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Im konventionellen Bereich verschoben sich die Anteile. Die Stromerzeugung aus Erdgas stieg um 15,6 % und erreichte einen Anteil von 17,3 % an der Gesamtproduktion. Die Braunkohle hingegen verzeichnete einen Rückgang um 17,2 %.

Die Veränderungen im Strommix spiegelten sich auch am Großhandelsmarkt wider. Der durchschnittliche Day-Ahead-Preis lag im vierten Quartal 2025 bei 93,15 Euro/MWh. Das entspricht einem Rückgang von 9,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal. In den Anrainerstaaten lag der Durchschnittspreis bei 89,33 Euro/MWh und damit 4,1 % unter dem Vorjahresniveau.

Die höhere Einspeisung aus erneuerbaren Energien wirkt sich strukturell auf die Preisbildung an der Strombörse aus. Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen wird mit niedrigen Grenzkosten angeboten und beeinflusst dadurch die Reihenfolge der Kraftwerkseinsätze im Großhandel. Eine stärkere Einspeisung kann in der Folge zu sinkenden Börsenpreisen führen.

Für Privatkunden ist dieser Zusammenhang jedoch indirekt. Haushaltsstrompreise setzen sich neben Beschaffungskosten auch aus Netzentgelten, Steuern und staatlich regulierten Preisbestandteilen zusammen. Veränderungen am Day-Ahead-Markt wirken daher zeitversetzt und abhängig von Beschaffungsstrategien der Versorger.

Das vierte Quartal 2025 zeigt, dass ein höherer Anteil erneuerbarer Energien mit sinkenden Großhandelspreisen einhergehen kann. Ob und in welchem Umfang sich dies in den kommenden Monaten in neuen Tarifangeboten niederschlägt, hängt von der weiteren Marktentwicklung ab.

Ausblick

Mit Blick auf das Jahr 2026 wird entscheidend sein, wie sich die Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen saisonal entwickelt und wie sich die konventionelle Erzeugung weiter verschiebt. Ebenso relevant bleibt die Entwicklung der Großhandelspreise im europäischen Verbundmarkt.

Für Haushaltskunden wird maßgeblich sein, wie Versorger ihre Beschaffungskosten kalkulieren und in welchem Umfang regulatorische Bestandteile der Stromrechnung angepasst werden.