Die Gaspreise für Haushalte haben sich nach der Energiekrise spürbar stabilisiert. Besonders bei neu abgeschlossenen Tarifen zahlen Verbraucher aktuell deutlich weniger als in der Grundversorgung. Der Preisunterschied zwischen Tarifen bleibt damit ein zentraler Faktor im deutschen Gasmarkt.

Kurz eingeordnet

  • Neukundentarife kosten derzeit im Schnitt rund 8 Cent pro Kilowattstunde.
  • In der Grundversorgung liegen die Preise bei etwa 13,5 Cent pro kWh.
  • Die Preise sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken.
  • Anbieterwechsel bleibt der wichtigste Hebel für niedrigere Energiekosten.

Update 12.03.2026: Aufgrund des Irankriegs steht der Großhandelspreis für Gas aktuell (18.03.2026 07:07) mit 51,559 €/MWh unter Druck. Das könnte bald die Gaspreise für Endverbraucher erhöhen.

Die Gaspreise für Haushalte in Deutschland liegen bei neu abgeschlossenen Verträgen derzeit deutlich unter vielen bestehenden Tarifen. Nach Daten des Vergleichsportals Verivox zahlen Neukunden aktuell im Durchschnitt rund 8 Cent pro Kilowattstunde Erdgas.

Der Wert basiert auf typischen Haushalten mit etwa 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und berücksichtigt sowohl Arbeitspreis als auch Grundpreis der günstigsten verfügbaren Tarife.

Deutlich höher liegen die Kosten in der Grundversorgung. Dort beträgt der durchschnittliche Gaspreis rund 13,5 Cent pro Kilowattstunde. Für Haushalte kann sich dadurch ein erheblicher Kostenunterschied ergeben.

Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entstehen in günstigen Neukundentarifen Heizkosten von etwa 1.600 Euro pro Jahr. In der Grundversorgung können es dagegen rund 2.700 Euro sein.

Preise deutlich unter dem Niveau der Energiekrise

Der aktuelle Preis für Neukundentarife liegt klar unter dem Niveau der vergangenen Jahre. Anfang 2025 mussten Haushalte laut Marktanalysen noch rund 10 Cent pro Kilowattstunde bezahlen.

Die Entspannung ist vor allem auf niedrigere Großhandelspreise zurückzuführen. Nach den extremen Preisspitzen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich die Versorgungslage auf den europäischen Gasmärkten stabilisiert.

Eine wichtige Rolle spielen dabei höhere LNG-Importe sowie alternative Lieferquellen. Veränderungen auf den Großhandelsmärkten erreichen Endkunden allerdings meist zeitversetzt, da Versorger Gas häufig langfristig beschaffen.

Große Unterschiede zwischen Tarifen

Die tatsächlichen Kosten für Haushalte hängen stark vom gewählten Tarif ab. Neben dem Energiepreis fließen auch Netzentgelte, Steuern, Abgaben und der Grundpreis in den Endpreis ein.

Zudem variieren Gaspreise regional, da die Höhe der Netzentgelte je nach Netzgebiet unterschiedlich ausfällt. Auch Tarifbestandteile wie Boni oder Preisgarantien beeinflussen den effektiven Kilowattstundenpreis.

Insgesamt liegt der durchschnittliche Gaspreis über alle Tarife hinweg derzeit bei rund 11 Cent pro Kilowattstunde. Neukundentarife liegen damit deutlich darunter.

Ausblick

Die Gaspreise für Neukunden befinden sich derzeit auf vergleichsweise moderatem Niveau. Wie sich die Preise weiter entwickeln, hängt vor allem von den internationalen Gasmärkten, regulatorischen Vorgaben und Netzentgelten ab.

Für Haushalte bleibt der Tarifvergleich ein wichtiger Faktor, da die Preisunterschiede zwischen Grundversorgung und Sondertarifen weiterhin erheblich sind.