Der Strommix Deutschland April 2026 zeigt einen deutlichen Sprung der erneuerbaren Energien. Solar hat dank zunehmender Sonnenstunden Wind onshore als stärksten Einzelträger abgelöst. Gleichzeitig sank die Stromerzeugung aus Braunkohle, Steinkohle und Erdgas erheblich.
Kurz eingeordnet
- Erneuerbare Energien erreichten im April 2026 einen Anteil von 66,7 Prozent an der gesamten Nettostromerzeugung in Deutschland.
- Solarenergie war mit rund 9.692 GWh erstmals der stärkste Einzelenergieträger und überholte Windkraft an Land mit rund 7.780 GWh.
- Braunkohle blieb mit rund 4.206 GWh der größte konventionelle Erzeuger, lag aber etwa 38 Prozent unter dem März-Wert.
- Die gesamte Nettostromerzeugung sank gegenüber dem Vormonat um rund 3.650 GWh auf 35.435 GWh.
Stromerzeugung Deutschland April 2026
Öffentliche Nettostromerzeugung · 35.435 GWh gesamt · 66,7 % erneuerbar · energetisch korrigierte Werte
| Energieträger | Erzeugung (GWh) | Anteil (%) |
|---|---|---|
| Gesamt | 35.435 GWh | 100,0 % |
| Erneuerbar gesamt | 23.623 GWh | 66,7 % |
| Wind onshore | 7.780 GWh | 22,0 % |
| Solar | 9.692 GWh | 27,4 % |
| Biomasse | 3.150 GWh | 8,9 % |
| Wind offshore | 1.820 GWh | 5,1 % |
| Laufwasser | 1.101 GWh | 3,1 % |
| Abfall (erneuerbar & nicht-erneuerbar) | 855 GWh | 2,4 % |
| Speicherwasser | 69 GWh | 0,2 % |
| Geothermie | 10 GWh | 0,0 % |
| Fossil & Sonstige gesamt | 11.812 GWh | 33,3 % |
| Braunkohle | 4.206 GWh | 11,9 % |
| Erdgas | 3.787 GWh | 10,7 % |
| Steinkohle | 2.224 GWh | 6,3 % |
| Erdgasnebenprodukte | 373 GWh | 1,1 % |
| Öl | 225 GWh | 0,6 % |
| Sonstige | 142 GWh | 0,4 % |
| Quelle: Energy-Charts.info / Fraunhofer ISE · Lizenz: CC BY 4.0 · Stand: 01.05.2026 06:27 | ||
Solarenergie überholt Windkraft im Strommix Deutschland April 2026
Im April 2026 wurden in Deutschland insgesamt rund 35.435 GWh Strom erzeugt. Davon entfielen etwa 23.623 GWh auf erneuerbare Quellen und rund 11.812 GWh auf fossile und sonstige Energieträger. Der Erneuerbarenanteil stieg damit gegenüber dem März von 58,8 auf 66,7 Prozent.
Die Solarenergie war mit rund 9.692 GWh der stärkste Einzelenergieträger und allein für gut 27 Prozent der gesamten Nettostromerzeugung verantwortlich. Gegenüber dem März bedeutet das einen Anstieg von rund 32 Prozent. Der Sprung spiegelt die längeren Sonnenstunden im Frühling und die wachsende installierte Photovoltaikleistung in Deutschland wider.
Wind onshore lieferte rund 7.780 GWh und damit etwa 22 Prozent der Stromerzeugung. Im Vergleich zum windstärkeren März sank die Erzeugung an Land um rund 13 Prozent. Offshore-Windanlagen steuerten weitere 1.820 GWh bei, was einem Rückgang von rund 21 Prozent entspricht. Zusammengenommen blieb die Windkraft mit knapp 9.600 GWh der zweitstärkste Beitrag im Strommix Deutschland April 2026, knapp hinter der Solarenergie.
Biomasse trug rund 3.150 GWh bei, Laufwasser kam auf etwa 1.101 GWh, Speicherwasser auf 69 GWh und Geothermie auf rund 10 GWh.
Fossile Stromerzeugung im April 2026 deutlich rückläufig
Auf der konventionellen Seite war Braunkohle mit rund 4.206 GWh weiterhin der stärkste Energieträger. Im Vergleich zum März bedeutet dies allerdings einen Rückgang von rund 38 Prozent. Erdgas folgte mit etwa 3.787 GWh, ein Minus von rund 19 Prozent. Steinkohle kam auf rund 2.224 GWh, etwa 25 Prozent weniger als im Vormonat.
Die fossile Erzeugung insgesamt sank zwischen März und April von rund 16.090 GWh auf 11.812 GWh und damit um etwa 27 Prozent. Der Rückgang ist typisch für die Übergangsmonate, in denen mildere Temperaturen die Stromnachfrage senken und gleichzeitig erneuerbare Quellen einen größeren Anteil decken.
Öl spielte mit rund 225 GWh eine geringfügige Rolle im Strommix Deutschland. Erdgasnebenprodukte steuerten etwa 373 GWh bei, die thermische Abfallverwertung erreichte rund 855 GWh.
Wie der Erneuerbarenanteil im April 2026 einzuordnen ist
Mit 66,7 Prozent erneuerbarer Erzeugung markiert der April einen der höheren Werte der vergangenen Monate. Frühlingsmonate gelten regelmäßig als besonders günstig für den Strommix Deutschland, da die Photovoltaik mit zunehmenden Sonnenstunden an Bedeutung gewinnt, während Wind- und Wasserkraft in der Regel noch substanzielle Beiträge liefern. Hinzu kommt eine niedrigere Stromnachfrage als in den Wintermonaten, was den prozentualen Anteil der Erneuerbaren zusätzlich erhöht.
Die Verschiebung von fossilen zu erneuerbaren Erzeugern zeigt sich auch in der absoluten Bilanz. Während der Beitrag der erneuerbaren Quellen zwischen März und April nur um rund 629 GWh zulegte, sank die fossile Erzeugung um rund 4.278 GWh. Der Anstieg des Erneuerbarenanteils ist damit weniger Ausdruck einer höheren grünen Erzeugung als vielmehr eines deutlichen Rückgangs bei Kohle und Gas, kombiniert mit einer insgesamt geringeren Stromproduktion.
Ausblick
Im Mai und Juni dürfte die Solarproduktion saisonbedingt weiter zulegen und damit auch den Erneuerbarenanteil im Strommix Deutschland beeinflussen. Entscheidend wird sein, wie stark Wind- und Wasserkraft die typischerweise geringeren Beiträge im Sommer kompensieren. Auch die Entwicklung der konventionellen Erzeugung bleibt zu beobachten, insbesondere mit Blick auf die Auslastung der Braunkohlekraftwerke. Aktuelle Daten der Bundesnetzagentur und des Fraunhofer ISE werden zeigen, ob sich der Trend des Frühjahrs 2026 fortsetzt im Strommix Deutschland.
Quelle: Fraunhofer ISE – Energy Charts