Der Strommix Deutschland im August 2026 zeigt nach dem Rekordmonat Juli einen spürbaren Rückgang erneuerbarer Energien. Solar- und Windanlagen erzeugten weniger Strom, die Gesamterzeugung ging zurück. Steinkohle und Erdgas gewannen dagegen an Gewicht.
Kurz eingeordnet
- Mit 67,6 Prozent lag der Erneuerbaranteil im August unter dem Juliwert von 70,3 Prozent, aber weiterhin über dem Niveau von April und Mai.
- Photovoltaik blieb trotz eines Rückgangs um mehr als ein Zehntel der wichtigste einzelne Energieträger.
- Der Anteil fossiler und sonstiger Energieträger stieg auf knapp ein Drittel der Nettostromerzeugung.
Stromerzeugung Deutschland August 2026
Öffentliche Nettostromerzeugung · 34.879 GWh gesamt · 67,6 % erneuerbar · energetisch korrigierte Werte
Alle Werte als Tabelle anzeigen (GWh + Anteil)
| Energieträger | Erzeugung | Anteil |
|---|---|---|
| Gesamt | 34.879 GWh | 100,0 % |
| Erneuerbar gesamt | 23.572 GWh | 67,6 % |
| Wind onshore | 7.216 GWh | 20,7 % |
| Solar | 10.656 GWh | 30,6 % |
| Biomasse | 2.705 GWh | 7,8 % |
| Wind offshore | 1.807 GWh | 5,2 % |
| Laufwasser | 1.086 GWh | 3,1 % |
| Abfall (erneuerbar & nicht-erneuerbar) | 946 GWh | 2,7 % |
| Speicherwasser | 93 GWh | 0,3 % |
| Geothermie | 10 GWh | 0,0 % |
| Fossil & Sonstige gesamt | 11.307 GWh | 32,4 % |
| Braunkohle | 4.586 GWh | 13,1 % |
| Erdgas | 2.888 GWh | 8,3 % |
| Steinkohle | 2.207 GWh | 6,3 % |
| Erdgasnebenprodukte | 309 GWh | 0,9 % |
| Öl | 271 GWh | 0,8 % |
| Sonstige | 101 GWh | 0,3 % |
| Quelle: Energy-Charts.info / Fraunhofer ISE · Lizenz: CC BY 4.0 · Stand: 01.09.2026 06:27 | ||
Strommix Deutschland August: Solar und Wind geben nach
Insgesamt wurden im August 2026 in Deutschland rund 34.879 Gigawattstunden (GWh) Strom netto erzeugt. Das sind etwa 2.167 GWh oder 5,9 Prozent weniger als im Juli. Auf erneuerbare Quellen entfielen 23.572 GWh, rund 9,4 Prozent weniger als im Vormonat. Ihr Anteil sank damit von 70,3 auf 67,6 Prozent und erreichte den niedrigsten Wert seit Mai.
Stärkster Energieträger blieb die Photovoltaik. Solaranlagen speisten 10.656 GWh ein und deckten damit 30,6 Prozent der Nettostromerzeugung. Gegenüber dem Juli, als mit 12.037 GWh so viel Solarstrom wie in keinem anderen Monat seit März erzeugt wurde, entspricht das einem Minus von 11,5 Prozent. Es ist zugleich der niedrigste Solarwert seit April.
Auch die Windkraft lieferte weniger Strom. Windanlagen an Land erzeugten 7.216 GWh, knapp 10 Prozent weniger als im Juli. Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee kamen auf 1.807 GWh, ebenfalls ein Rückgang um rund 10 Prozent. Zusammen erzeugte die Windkraft etwa 9.023 GWh und erreichte einen Anteil von 25,9 Prozent. Damit lag sie zwar unter dem Juliwert, aber deutlich über den Mengen aus Mai und Juni, als Wind an Land und auf See zusammen rund 7.040 beziehungsweise 7.887 GWh geliefert hatten.
Windkraft legt deutlich zu im Strommix Deutschland
Den größten Zuwachs im Strommix Deutschland verzeichnete im Juli die Windenergie. Windanlagen an Land erzeugten 8.008 GWh, gut 25 Prozent mehr als im Juni. Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee lieferten 2.010 GWh, ein Plus von rund 34 Prozent. Zusammen kam die Windkraft auf etwa 10.018 GWh und damit auf einen Anteil von 27 Prozent an der Nettostromerzeugung.
Gegenüber dem besonders windschwachen Mai, als Onshore-Anlagen nur rund 5.511 GWh erzeugten, ist der Unterschied noch deutlicher. Die Werte des Frühjahrs erreichte die Windkraft im Juli allerdings nicht: Im März hatten Wind an Land und auf See zusammen noch rund 11.290 GWh geliefert.
Die übrigen erneuerbaren Quellen entwickelten sich uneinheitlich. Biomasse steigerte die Erzeugung leicht auf 2.719 GWh und kam auf einen Anteil von 7,3 Prozent. Laufwasserkraftwerke lieferten dagegen 1.133 GWh und damit rund 24 Prozent weniger als im Juni. Speicherwasser und Geothermie spielten mit zusammen rund 126 GWh nur eine untergeordnete Rolle.
Weitere erneuerbare Energien im August
Die übrigen erneuerbaren Quellen blieben weitgehend stabil. Biomasse erzeugte 2.705 GWh und damit fast genauso viel wie im Juli. Weil die Gesamterzeugung sank, stieg ihr Anteil leicht auf 7,8 Prozent. Laufwasserkraftwerke lieferten 1.086 GWh, gut 4 Prozent weniger als im Vormonat. Speicherwasser und Geothermie kamen zusammen auf rund 103 GWh und spielten damit nur eine untergeordnete Rolle.
Fossile Erzeugung im Strommix Deutschland: Steinkohle und Gas legen zu
Auf fossile und sonstige Energieträger entfielen im Strommix Deutschland im August rund 11.307 GWh. Das entspricht einem Anteil von 32,4 Prozent und einem Zuwachs von 2,7 Prozent gegenüber Juli. Innerhalb der fossilen Erzeugung verschoben sich die Gewichte.
Braunkohle blieb mit 4.586 GWh der größte fossile Energieträger und deckte 13,1 Prozent der Erzeugung. Im Vergleich zum Juli ging die Braunkohleverstromung jedoch um rund 6 Prozent zurück. Steinkohlekraftwerke steigerten ihre Erzeugung dagegen um 20 Prozent auf 2.207 GWh und erreichten einen Anteil von 6,3 Prozent. Das ist der höchste Steinkohlewert seit April. Zusammen kamen beide Kohlearten auf rund 6.793 GWh und einen Anteil von knapp 19,5 Prozent.
Erdgas entwickelte sich nach dem Rückgang im Juli wieder aufwärts. Gaskraftwerke erzeugten 2.888 GWh, gut 10 Prozent mehr als im Vormonat. Ihr Anteil am Strommix stieg von 7,1 auf 8,3 Prozent. Das Niveau des Frühjahrs erreichte Erdgas damit allerdings nicht: Im März hatten Gaskraftwerke noch 4.650 GWh beigesteuert.
Die Stromerzeugung aus Abfall ging leicht auf 946 GWh zurück. Öl, Erdgasnebenprodukte und sonstige Energieträger trugen zusammen knapp 2 Prozent zur Erzeugung bei. Für Pumpspeicherkraftwerke weist die Statistik im August erneut null aus.
Vorschlag: Tabelle mit den wichtigsten Energieträgern (Solar, Wind onshore, Braunkohle, Erdgas, Steinkohle, Biomasse) für Juli und August 2026 in GWh sowie der jeweiligen Veränderung in Prozent.
Fossile Erzeugung im Strommix Deutschland: Steinkohle und Gas legen zu
Mit dem August endet die Phase, in der Photovoltaik den Strommix in Deutschland am stärksten prägt. Für die kommenden Monate ist entscheidend, wie stark die Solarerzeugung mit kürzer werdenden Tagen weiter zurückgeht und in welchem Umfang die Windkraft diese Lücke schließen kann.
Offen bleibt zudem, welche Rolle Kohle und Erdgas im Übergang zum Herbst einnehmen. Im August stieg der fossile Anteil bereits auf knapp ein Drittel der Erzeugung. Die Monatsdaten für September werden zeigen, ob sich diese Verschiebung fortsetzt.
