Der Strommix Deutschland im Juli 2026 zeigt den bislang höchsten Anteil erneuerbarer Energien in diesem Jahr. Solar und Wind lieferten deutlich mehr Strom als im Vormonat. Gleichzeitig stieg die Gesamterzeugung spürbar, und auch Kohlekraftwerke produzierten wieder mehr.

Kurz eingeordnet

  • Mit 70,3 Prozent lag der Erneuerbaranteil im Juli so hoch wie in keinem anderen Monat seit März 2026.
  • Photovoltaik bleibt im Sommer der wichtigste einzelne Energieträger im deutschen Stromsystem.
  • Mehr Erzeugung insgesamt bedeutet nicht automatisch weniger fossile Erzeugung: Braun- und Steinkohle legten im Juli zu, Erdgas ging zurück.

Stromerzeugung Deutschland Juli 2026

Öffentliche Nettostromerzeugung  ·  37.047 GWh gesamt  ·  70,3 % erneuerbar  ·  energetisch korrigierte Werte

Erneuerbar vs. Fossil
Energieträger im Detail
Quelle: Energy-Charts.info / Fraunhofer ISE · Lizenz: CC BY 4.0 · Stand: 01.08.2026 06:27
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Stromerzeugung Deutschland Juli 2026 – Nettostromerzeugung nach Energieträger
EnergieträgerErzeugungAnteil
Gesamt37.047 GWh100,0 %
Erneuerbar gesamt26.032 GWh70,3 %
Wind onshore8.008 GWh21,6 %
Solar12.037 GWh32,5 %
Biomasse2.719 GWh7,3 %
Wind offshore2.010 GWh5,4 %
Laufwasser1.133 GWh3,1 %
Abfall (erneuerbar & nicht-erneuerbar)996 GWh2,7 %
Speicherwasser116 GWh0,3 %
Geothermie10 GWh0,0 %
Fossil & Sonstige gesamt11.014 GWh29,7 %
Braunkohle4.882 GWh13,2 %
Erdgas2.623 GWh7,1 %
Steinkohle1.839 GWh5,0 %
Erdgasnebenprodukte306 GWh0,8 %
Öl267 GWh0,7 %
Sonstige102 GWh0,3 %
Quelle: Energy-Charts.info / Fraunhofer ISE · Lizenz: CC BY 4.0 · Stand: 01.08.2026 06:27

Strommix Deutschland Juli: Solar erreicht Höchstwert

Insgesamt wurden im Strommix Deutschland im Juli 2026 in Deutschland rund 37.047 Gigawattstunden (GWh) Strom netto erzeugt. Das sind etwa 3.628 GWh oder 10,9 Prozent mehr als im Juni, als die Erzeugung bei rund 33.419 GWh lag. Auf erneuerbare Quellen entfielen 26.032 GWh, ein Plus von 11,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ihr Anteil stieg damit von 69,7 auf 70,3 Prozent.

Stärkster Energieträger war erneut die Photovoltaik. Solaranlagen speisten 12.037 GWh ein, knapp 8 Prozent mehr als im Juni und so viel wie in keinem anderen Monat seit März. Damit deckte Solarstrom rund 32,5 Prozent der gesamten Nettostromerzeugung. Weil die Gesamterzeugung jedoch stärker wuchs als die Solarerzeugung, fiel der Solaranteil leicht unter den Juniwert von 33,4 Prozent.

Zum Vergleich: Im März hatte Photovoltaik mit rund 7.362 GWh erst knapp 19 Prozent zum Strommix beigetragen. Der Anstieg über das Frühjahr hinweg zeigt, wie stark die Erzeugungsstruktur in Deutschland inzwischen von der Jahreszeit abhängt.

Windkraft legt deutlich zu im Strommix Deutschland

Den größten Zuwachs verzeichnete im Juli die Windenergie. Windanlagen an Land erzeugten 8.008 GWh, gut 25 Prozent mehr als im Juni. Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee lieferten 2.010 GWh, ein Plus von rund 34 Prozent. Zusammen kam die Windkraft auf etwa 10.018 GWh und damit auf einen Anteil von 27 Prozent an der Nettostromerzeugung.

Gegenüber dem besonders windschwachen Mai, als Onshore-Anlagen nur rund 5.511 GWh erzeugten, ist der Unterschied noch deutlicher. Die Werte des Frühjahrs erreichte die Windkraft im Juli allerdings nicht: Im März hatten Wind an Land und auf See zusammen noch rund 11.290 GWh geliefert.

Die übrigen erneuerbaren Quellen entwickelten sich uneinheitlich. Biomasse steigerte die Erzeugung leicht auf 2.719 GWh und kam auf einen Anteil von 7,3 Prozent. Laufwasserkraftwerke lieferten dagegen 1.133 GWh und damit rund 24 Prozent weniger als im Juni. Speicherwasser und Geothermie spielten mit zusammen rund 126 GWh nur eine untergeordnete Rolle.

Fossile Erzeugung im Strommix Deutschland: Kohle steigt, Gas sinkt

Auf fossile und sonstige Energieträger entfielen im Juli rund 11.014 GWh, das entspricht 29,7 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Anstieg um 8,8 Prozent gegenüber Juni. Dahinter stehen gegenläufige Entwicklungen.

Braunkohle blieb mit 4.882 GWh der größte fossile Energieträger und deckte 13,2 Prozent der Erzeugung. Das sind rund 12,6 Prozent mehr als im Vormonat. Steinkohlekraftwerke steigerten ihre Erzeugung um knapp 22 Prozent auf 1.839 GWh. Zusammen kamen beide Kohlearten auf rund 6.722 GWh und einen Anteil von gut 18 Prozent.

Erdgas entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Gaskraftwerke erzeugten 2.623 GWh und damit fast 10 Prozent weniger als im Juni. Es ist der niedrigste Monatswert im betrachteten Zeitraum seit März, als Erdgas noch 4.650 GWh beigesteuert hatte. Der Anteil von Erdgas am Strommix lag im Juli bei 7,1 Prozent.

Deutlich zugelegt hat zudem die Stromerzeugung aus Abfall, die mit 996 GWh rund 36 Prozent über dem Juniwert lag. Öl, Erdgasnebenprodukte und sonstige Energieträger trugen zusammen rund 1,8 Prozent zur Erzeugung bei. Für Pumpspeicherkraftwerke weist die Statistik im Juli null aus.

Ausblick: Wie sich der Strommix im Spätsommer entwickelt

Der Juli markiert im bisherigen Jahresverlauf den Höhepunkt beim Anteil erneuerbarer Energien. Für die kommenden Monate ist entscheidend, wie sich die Solarerzeugung mit kürzer werdenden Tagen verändert und ob die Windkraft diesen Rückgang auffangen kann.

Offen bleibt auch, welche Rolle Kohle und Erdgas einnehmen, wenn die Gesamterzeugung weiter schwankt. Im Juli zeigte sich, dass ein höherer Erneuerbaranteil und eine steigende Kohleverstromung parallel auftreten können. Die Monatsdaten für August werden zeigen, ob sich diese Entwicklung fortsetzt.