Der Strommix Deutschland hat sich im September 2026 deutlich verschoben. Windkraft löste die Photovoltaik als wichtigste Stromquelle ab, während die Solarerzeugung spürbar zurückging. Zugleich stieg die Gesamterzeugung, und fossile Kraftwerke deckten einen größeren Teil davon als in den Sommermonaten.
Kurz eingeordnet
- Mit 64,1 Prozent fiel der Erneuerbaranteil auf den niedrigsten Wert seit März 2026, obwohl erneuerbare Quellen in absoluten Zahlen leicht mehr Strom lieferten als im August.
- Der September markiert den Übergang vom solar geprägten Sommer zu einem stärker windgeprägten Strommix.
- Die zusätzliche Stromerzeugung gegenüber August entfiel fast vollständig auf fossile Energieträger, vor allem auf Braunkohle.
Stromerzeugung Deutschland September 2026
Öffentliche Nettostromerzeugung · 36.986 GWh gesamt · 64,1 % erneuerbar · energetisch korrigierte Werte
Alle Werte als Tabelle anzeigen (GWh + Anteil)
| Energieträger | Erzeugung | Anteil |
|---|---|---|
| Gesamt | 36.986 GWh | 100,0 % |
| Erneuerbar gesamt | 23.714 GWh | 64,1 % |
| Wind onshore | 9.377 GWh | 25,4 % |
| Solar | 8.567 GWh | 23,2 % |
| Biomasse | 2.657 GWh | 7,2 % |
| Wind offshore | 2.142 GWh | 5,8 % |
| Laufwasser | 872 GWh | 2,4 % |
| Abfall (erneuerbar & nicht-erneuerbar) | 922 GWh | 2,5 % |
| Speicherwasser | 90 GWh | 0,2 % |
| Geothermie | 10 GWh | 0,0 % |
| Fossil & Sonstige gesamt | 13.272 GWh | 35,9 % |
| Braunkohle | 5.933 GWh | 16,0 % |
| Erdgas | 3.417 GWh | 9,2 % |
| Steinkohle | 2.371 GWh | 6,4 % |
| Erdgasnebenprodukte | 282 GWh | 0,8 % |
| Öl | 224 GWh | 0,6 % |
| Sonstige | 123 GWh | 0,3 % |
| Quelle: Energy-Charts.info / Fraunhofer ISE · Lizenz: CC BY 4.0 · Stand: 20.10.2026 22:02 | ||
Strommix Deutschland: Windkraft wird zur wichtigsten Quelle
Insgesamt wurden im September 2026 in Deutschland rund 36.986 Gigawattstunden (GWh) Strom netto erzeugt. Das sind etwa 2.107 GWh oder 6,0 Prozent mehr als im August. Auf erneuerbare Quellen entfielen 23.714 GWh und damit 0,6 Prozent mehr als im Vormonat. Weil die Gesamterzeugung stärker wuchs, sank ihr Anteil jedoch von 67,6 auf 64,1 Prozent.
Wichtigste Stromquelle war im September die Windkraft. Windanlagen an Land erzeugten 9.377 GWh, rund 30 Prozent mehr als im August. Das ist der höchste Onshore-Wert aller Monate seit März. Allein damit deckte Wind an Land 25,4 Prozent der Nettostromerzeugung und lag vor der Photovoltaik. Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee lieferten 2.142 GWh, ein Plus von gut 18 Prozent. Zusammen kam die Windkraft auf rund 11.519 GWh und einen Anteil von 31,1 Prozent. Das ist mehr als in jedem anderen Monat seit März.
Solarstrom geht deutlich zurück im Strommix Deutschland
Die Photovoltaik verlor dagegen ihre Spitzenposition. Solaranlagen speisten 8.567 GWh ein, knapp 20 Prozent weniger als im August. Ihr Anteil am Strommix sank von 30,6 auf 23,2 Prozent. Im Juli hatte die Solarerzeugung mit 12.037 GWh noch ihren Höchstwert im bisherigen Jahresverlauf erreicht. Niedriger als im September lag sie zuletzt im März.
Die übrigen erneuerbaren Quellen gaben ebenfalls nach. Biomasse erzeugte 2.657 GWh, knapp 2 Prozent weniger als im August, und kam auf einen Anteil von 7,2 Prozent. Laufwasserkraftwerke lieferten 872 GWh. Das sind rund 20 Prozent weniger als im Vormonat und zugleich der niedrigste Monatswert im gesamten Zeitraum seit März. Speicherwasser und Geothermie trugen zusammen rund 99 GWh bei.
Fossile Erzeugung im Strommix Deutschland steigt deutlich
Auf fossile und sonstige Energieträger entfielen im September rund 13.272 GWh. Das entspricht einem Anteil von 35,9 Prozent und einem Zuwachs von 17,4 Prozent gegenüber August. Von den zusätzlich erzeugten 2.107 GWh entfielen damit rund 1.965 GWh auf diese Gruppe.
Den größten Anteil daran hatte die Braunkohle. Braunkohlekraftwerke erzeugten 5.933 GWh, gut 29 Prozent mehr als im August, und deckten 16,0 Prozent der Erzeugung. Steinkohle legte um gut 7 Prozent auf 2.371 GWh zu und erreichte einen Anteil von 6,4 Prozent. Für beide Kohlearten sind es die höchsten Werte seit März. Zusammen kamen Braun- und Steinkohle auf rund 8.304 GWh und einen Anteil von knapp 22,5 Prozent.
Auch Erdgas gewann an Bedeutung im Strommix Deutschland. Gaskraftwerke erzeugten 3.417 GWh, gut 18 Prozent mehr als im Vormonat und so viel wie zuletzt im April. Ihr Anteil am Strommix stieg von 8,3 auf 9,2 Prozent.
Die Stromerzeugung aus Abfall ging leicht auf 922 GWh zurück. Öl, Erdgasnebenprodukte und sonstige Energieträger trugen zusammen rund 1,7 Prozent zur Erzeugung bei. Für Pumpspeicherkraftwerke weist die Statistik im September erneut null aus.
Ausblick: Strommix Deutschland vor dem Winterhalbjahr
Mit dem September beginnt die Phase, in der die Windkraft den Strommix in Deutschland stärker prägt als die Photovoltaik. Für die kommenden Monate ist entscheidend, wie viel Windstrom zur Verfügung steht und wie stark die Solarerzeugung mit kürzer werdenden Tagen weiter abnimmt.
Offen bleibt, in welchem Umfang Kohle- und Gaskraftwerke im Herbst zusätzliche Erzeugung im Strommix Deutschland übernehmen. Im September stieg ihr Anteil bereits auf mehr als ein Drittel. Die Monatsdaten für Oktober werden zeigen, ob sich diese Entwicklung fortsetzt.
