Der Strompreis an der Börse bewegt sich täglich. Wer wissen will, wo der Strompreis an der Börse heute steht, schaut auf den Day-Ahead-Preis am Spotmarkt der EPEX. Er gilt als Leitgröße für den deutschen Großhandel und wirkt bis in dynamische Stromtarife hinein.
Kurz eingeordnet
- Day-Ahead-Preis Deutschland für den 02.05.2026: 58,85 EUR/MWh
- Der Preis spiegelt Angebot und Nachfrage für den Folgetag wider und reagiert besonders auf Wind- und Solareinspeisung sowie auf den Gaspreis
- Seit 1. Oktober 2025 werden an der EPEX Viertelstundenpreise gehandelt, der Baseload-Tagesmittelwert bleibt als Leitindikator für den Großhandel
- Endkundenpreise liegen deutlich über dem Börsenpreis, weil Netzentgelte, Steuern, Umlagen und Vertriebskosten hinzukommen
Day-Ahead Strompreis 2026
Baseload (24h-Mittelwert) · EUR/MWh · 01.01. – 02.05.2026
Wie der Strompreis an der Börse heute zustande kommt
Der Day-Ahead-Markt der European Power Exchange, kurz EPEX Spot, bildet das Kernstück des kurzfristigen Stromhandels in Deutschland und Luxemburg. Mittags werden für jede Zeitscheibe des Folgetages Gebote gesammelt und in einer Auktion zusammengeführt. Seit der Umstellung im Oktober 2025 handelt es sich dabei um Viertelstundenprodukte, zuvor waren es Stundenprodukte.
Der Marktpreis ergibt sich nach dem Merit-Order-Prinzip: Zuerst kommen die Kraftwerke mit den niedrigsten Grenzkosten zum Zug, also Wind- und Solaranlagen sowie Laufwasser. Reicht ihr Angebot nicht aus, um die Nachfrage zu decken, setzen teurere Kraftwerke auf Basis von Gas oder Steinkohle den Preis. Der Baseload-Durchschnitt über alle 24 Stunden eines Tages dient als Vergleichsgröße, die in Marktberichten, in den SMARD-Daten der Bundesnetzagentur und in amtlichen Statistiken regelmäßig herangezogen wird.
Was den Strompreis an der Börse heute bewegt
Die kurzfristige Preisbildung am Spotmarkt ist ausgeprägt wettergetrieben. In wind- und sonnenreichen Phasen fällt der Preis häufig deutlich, gelegentlich sogar ins Negative, weil die Einspeisung die Nachfrage übersteigt. Besonders in den Mittagsstunden sonniger Frühlings- und Sommertage kommt es regelmäßig zu Tiefpreisen oder negativen Werten. In windstillen Phasen und bei geringer Sonneneinstrahlung übernehmen Gas- und Kohlekraftwerke die Residuallast, was den Preis nach oben zieht.
Auch der europäische Gasmarkt wirkt direkt in den Strompreis hinein. Wenn die Gasnotierungen am niederländischen Handelspunkt TTF steigen, verteuern sich die Grenzkosten der Gaskraftwerke und damit häufig auch der Strompreis in den Abendstunden. Hinzu kommen geopolitische Faktoren, Kraftwerksrevisionen, der grenzüberschreitende Stromhandel über die europäischen Kuppelstellen sowie die Nachfrageseite, etwa Wochentag oder Feiertage. Diese Mischung erklärt, warum der Börsenstrompreis innerhalb eines einzigen Tages stark schwanken kann.
Was der Strompreis an der Börse für Verbraucher bedeutet
Für Haushalte mit klassischem Festpreistarif wirkt sich der Strompreis an der Börse heute nur mittelbar aus. Er beeinflusst, zu welchen Konditionen Energieversorger ihren Strom einkaufen, und fließt damit in die Kalkulation neuer Tarife ein. Direkter ist die Wirkung bei dynamischen Stromtarifen, die an den stündlichen oder viertelstündlichen Börsenpreis gekoppelt sind. Wer Lasten gezielt in günstige Phasen verschieben kann, etwa das Laden eines Elektroautos, den Betrieb einer Wärmepumpe oder den Einsatz großer Haushaltsgeräte, senkt damit die Stromkosten spürbar. Der Endkundenpreis bleibt allerdings deutlich über dem reinen Börsenwert, weil Netzentgelte, Konzessionsabgabe, Stromsteuer, Umlagen, Mehrwertsteuer und Vertriebskosten hinzukommen. Diese Bestandteile machen traditionell den größeren Teil der Stromrechnung aus. Der Day-Ahead-Preis ist deshalb eine wichtige Leitgröße, aber kein direkter Spiegel der Haushaltskosten.
Ausblick
Die Preisentwicklung am Spotmarkt dürfte in den kommenden Monaten weiter stark vom Zusammenspiel aus Witterung, Gasnotierungen und dem Ausbautempo bei Erneuerbaren, Speichern und Netzen geprägt bleiben. Mit der seit Oktober 2025 geltenden Viertelstundenauktion verlagert sich die Preisbildung in feinere Zeitscheiben, was kurzfristige Flexibilität auf der Erzeuger- wie auf der Verbraucherseite belohnt. Offene Fragen betreffen unter anderem den weiteren Ausbau gesicherter Leistung, das Tempo beim Speicherzubau und die regulatorische Ausgestaltung dynamischer Tarife. Der tagesaktuelle Day-Ahead-Preis bleibt dabei der Indikator, an dem sich Marktentwicklungen zuerst ablesen lassen.